Städtetag Rheinland-Pfalz: Neun Kommunen prüfen möglichen Wechsel zu Alternativanbietern neben Microsoft
17.09.2003: Erste "Open Source"-Tagung in Mainz / Ziel: Machbarkeitsstudie
Neun größere rheinland-pfälzische Städte folgen den strategischen Überlegungen der bayrischen Landeshauptstadt München - sie erwägen, anstelle der Produkte des Beinahe-Monopolisten Microsoft ihre Computer-Infrastruktur mit Open-Source-Produkten zu bestücken. Zu dieser Thematik veranstaltet der Städtetag Rheinland-Pfalz im Mainzer Rathaus am morgigen Dienstag, 09. September 2003, daher eine Projektgruppen-Tagung mit Teilnehmern der Stadtverwaltungen aus Alzey, Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Mainz, Neustadt/Weinstraße, Speyer, Trier und Worms zum Thema "Open Source".
Inhaltlich soll es um das gemeinsame Verständnis der Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten von Open Source-Produkten in der städtischen IT-Landschaft gehen. Die Bewertung möglicher Alternativen im Vergleich zu Microsoft, die Erhebung des Ist-Zustandes bei den beteiligten Kommunen sowie die Erarbeitung einer Entscheidungsmatrix im Hinblick auf technologische - vor allem aber auch wirtschaftliche - Abschätzungen wird im Tagungsverlauf folgen.
Hintergrund: Die Stadt München stellte Ende Mai die enge und ausschließliche Kooperation mit der Firma Microsoft in Frage, da die Stadtverwaltung - immerhin Herrin über 14000 Computer - künftig mit dem Alternativanbieter Linux oder IBM kooperieren will. Die Münchner trafen diese Entscheidung trotz erheblicher damit einhergehender interner Umstellungskosten, bezifferten es als dauerhaft dennoch kostengünstiger, als weiterhin vom "Nahezu-Monopolisten" Microsoft - und dessen nach Branchenberichten ("Spiegel online") in München scheinbar launigen Geschäftsgebaren - abhängig zu bleiben. Auslöser dieser strategischen Kehrtwende war die Tatsache, dass Microsoft für das in München eingesetzte Windows NT keine technische Unterstützung mehr bieten wollte, den Münchnern stattdessen die Einführung von Windows XP - verbunden mit dem Zukauf der notwendigen Office-Pakete - nahe legte. Mit Folgen: Die bayrische Stadtspitze spielte alle verblieben Alternativen durch - und entschied sich gegen den Marktführer, was selbst Microsoft-Chef Steve Ballmer trotz persönlichen Erscheinens in München nicht mehr verhindern konnte. München legt nach eigenem Bekunden jedoch höheren Wert auf die Unabhängigkeit, künftig zwischen möglichen Alternativen wählen zu können.
Der rheinland-pfälzische Städtetag griff diese Problemstellung angesichts des 2004 auslaufenden Großabnehmer-Vereinbarung mit Microsoft auf - und wird nun seinerseits mit allen zuständigen Computerfachleuten der neun Städte das Szenario eines möglichen Wechsels in allen Facetten durchspielen. Mit der morgigen Sitzung in Mainz soll mit dieser Analyse begonnen werden.
Quelle: Stadt Mainz
www.mainz.de/presse
Berichterstattung im Ausland: www.infoworld.com/article/03/09/17/HNgermanlinux_1.html







