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Münchener Rathaus-SPD entscheidet sich für Linux

26.05.2003: Christine Strobl, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion: Entscheidung zugunsten strategisch-langfristiger Weichenstellung für München - mit Signalwirkung für öffentlichen Sektor

München, 26. Mai 2003 ----- Die Rathaus-SPD hat sich in ihrer heutigen Fraktionssitzung für Linux ausgesprochen. Damit ist die Vorentscheidung gefallen: Die Münchner Stadtverwaltung migriert auf Linux als Client-Betriebssystem und ein Office-Paket aus dem Open-Source-Feld. Hierbei legt die SPD-Fraktion Wert auf eine sanfte Migration der über 14.000 PC-Systeme und Notebooks mit über 16.000 Anwendern. So können insbesondere Referate mit umfangreichen Fachanwendungen langfristig planen. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat in der Vollversammlung am 28. Mai 2003.

Stadträtin Christine Strobl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und SPD-Sprecherin im zuständigen Personal- und Verwaltungsausschuss: "Wir sind uns voll darüber bewusst, dass unsere Entscheidung Signalwirkung hat. Deshalb haben wir uns intensiv mit der Materie auseinandergesetzt. Die Beraterfirma Unilog bewertete zunächst das nachgebesserte Microsoft-,Angebot' als vorteilhafter. Doch hier gab es nach unserer Ansicht noch ungeklärte Fragen, zumal ein neues ,Angebot' von IBM vorlag. Schließlich führte die erneute Gesamtbewertung aus Kapitalwert und qualitativ-strategischen Kriterien praktisch zum Gleichstand zwischen beiden Lösungsvarianten. Da aber die Kombination Linux und Open-Source-Office-Lösung qualitativ-strategisch eindeutig die Nase vorn hat, entschied sich die SPD-Fraktion für diese Alternative als langfristige Weichenstellung."

Die Migration auf Linux garantiert größere Herstellerunabhängigkeit und mehr Flexibilität bei der Gestaltung der künftigen IT-Landschaft der Stadtverwaltung. Hinzu kommt, dass deutlich geringere haushaltswirksame Kosten anfallen. Dies ist angesichts der angespannten Etats der Landeshauptstadt ein Aspekt, der die strategisch-qualitativen Vorteile untermauert.

Christine Strobl: "Gleichzeitig sorgen wir für die weitere Profilierung des Technologiestandorts München. Denn für Entwicklung und Support im Rahmen der Umstellung wird die Stadt Leistungen einkaufen. Dadurch fördern wir hochwertige Arbeitsplätze in der Region. Dabei unterstreicht die Begleitung der Migration durch die Technischen Universität die herausragende Position des Wissenschaftsstandorts München."

Im Anschluss an den Stadtratsbeschluss folgt die Phase der Feinkonzeptionierung. Hier fordert die SPD klare Rahmenbedingungen für eine sanfte, auf mehrere Jahre gestreckte Migration. Zunächst sollen die Referate und Dienststellen umgestellt werden, die vor allem Büroanwendungen und nur wenige, überschaubare Fachapplikationen im Einsatz haben. Das heißt, Spezialarbeitplätze - zum Beispiel für CAD-Anwendungen - sind von der Migration vorerst nicht betroffen.

Weiterhin umfasst die Feinkonzeptionierung die Tests der 173 Fachverfahren auf ihre Lauffähigkeit unter dem neuen Betriebssystem, die Erarbeitung von Migrationskonfigurationen und die Entwicklung einer stadteinheitlichen Client-Basiskonfiguration, die die Sicherheitsvorgaben erfüllt. Ergebnis dieser Phase ist zudem die Abschätzung des notwendigen Personal- und Sachaufwands. Über den endgültigen Ablauf der Migration und deren Finanzierung entscheidet der Stadtrat nach Vorlage des Feinkonzepts im Frühjahr 2004.

(Pressemitteilung der SPD-Fraktion im Münchner Rathaus)

www.spd-rathaus-muenchen.de

weitere Pressemitteilung hierzu:

  • Florian Ritter begrüßt Umstellung auf Linux:*
  • "ein Vorbild für den Freistaat"*

Florian Ritter, der Landtagskandidat der SPD im Münchner Westen, begrüßt den Beschluss der SPD-Stadtratfraktion, die PC-Arbeitsplätze der Stadt München auf das freie Betriebssystem Linux umzustellen. "Mit diesem Beschluss setzt die Stadt ein bundesweites Signal der Vernunft", so der IT-Spezialist Florian Ritter.

Der SPD-Landtagskandidat arbeitet selbst seit 1995 mit Linux und hat mehrfach Projekte zur Einführungen des Betriebssystems in Firmen geleitet. Besonders die Sicherheitsstandards des Betriebssystems seien hervorragend, so Ritter. Auch habe die Münchner Entscheidung Vorbildcharakter für ganz Bayern: "Die Weiterentwicklung von Programmen kann in Eigenregie erfolgen. Das eröffnet bayrischen Softwareschmieden neue Chancen", betont Ritter. So könnten in der Region hochwertige Arbeitsplätze auch im Entwicklungsbereich entstehen, und dies nicht nur im Vertrieb und im Marketing.

Die Entscheidung der Stadtratsfraktion für Linux sei auch zu begrüßen, da damit die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern wie Microsoft aufgehoben werde und langfristig Kosten eingespart würden. Die Einführung neuer Versionen werde nicht vom Hersteller, sondern von der Notwendigkeit vor Ort bestimmt, auch sei so eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt kompletter Umstellungen möglich.

Vom Freistaat fordert Florian Ritter Schritte in die gleiche Richtung: "Bereits seit 2001 empfiehlt der oberste Bayrische Rechnungshof den Einsatz von Linux." Schon allein aus Kostengründen wäre die Einführung des in Deutschland entwickelten Systems dringend notwendig. "Dem Freistaat liegen seit Mitte 2002 Berechnungen über die Wirtschaftlichkeit vor! Die Verantwortlichen sind aber nicht bereit bei der Zukunftsplanung echten Wettbewerb zwischen den Betriebssystemen zuzulassen." ärgert sich der Landtagskandidat.

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