Fünf Fakten, die jeder IT-Entscheider über Linux wissen sollte
24.02.2003: Von Timothy D. Witham, 18.02.2003, www.computerworld.com
Wenn ich von IT-Managern gefragt werde ob sie Linux einsetzen sollten gebe ich ihnen immer die selbe Antwort: “Das hängt von euren Bedürfnissen und Zielen ab.“ Das führt üblicherweise zu einer angeregten Diskussion über langfristige oder kurzfristige Strategie, die Rentabilität von Investitionen und „Kernkompetenzen“.
Während ich diesen Managern zugehört habe, habe ich herausgefunden, dass die Entscheidung zur Migration sich auf fünf einfache Punkt runterbrechen lässt. Diese fünf Punkte treffen nicht auf jede Firma zu, aber sie treffen für diejenigen Firmen zu, die sich entscheiden Linux einzusetzen.
- Linux ist eine wirkliche, unterbrechende Technologie. Wenn Sie “The Innovator’s Dilemma“ von Clayton M. Christensen nicht gelesen habe, empfehle ich Ihnen dies zu tun. Um ein großartiges Werk abzukürzen ist hier eine Zusammenfassung: Von Zeit zu Zeit kommt eine neue Technologie zu einem niedrigeren Preis. Der Teil, der für viele Firmen schwer zu akzeptieren ist, ist, dass die neue Technologie nicht deutlich besser, aber trotzdem „gut genug“ ist um die Anforderungen zu erfüllen. Normalerweise müssen neue Technologien erst deutlich die besseren Lösungen finden, bis Firmen herausfinden, dass sie sowohl Zeit als auch Geld hätten sparen können, wenn sie früher auf die neuere Technologie umgestiegen wären.
Aus der Linux- Perspektive kocht das Dillemma des Erneuerers auf eine Frage runter: „Ist Linux „gut genug“ um die IT-Anforderungen meiner Firma zu erfüllen?“ Wenn dem so ist, lohnt es sich umzusteigen, denn Sie wissen, dass Linux über die Zeit nur besser werden wird.
Das bringt uns zum nächsten Punkt: - Das einzige Geschäftsmodell das zählt ist das Geschäftsmodell Ihrer Firma. Ist es wichtig, wenn die Softwarestrategie Ihrer Lieferanten nicht mehr die selbe ist, wie Ihre? Sie ist es nur, wenn sie sich mehr Sorgen um den Komfort Ihrer Lieferanten machen, als um das langfristige Wohlergehen ihrer Firma.
- Es gibt Support für Linux. Nur weil der Entwicklungsprozess frei ist, heißt das nicht, dass der Support ein anderer ist, als der, den sie bei propriäteren Betriebssystemen bekommen. Wenn Sie ein kleines bis mittleres Unternehmen sind, wird der Support vom Verkäufer oder Lieferanten, der die Software geliefert hat geboten. Wenn Sie ein großes Unternehmen sind bekommen Sie Support vom Distributor und Entwickler des Betriebssystems.
- Linux hat einen Entwicklungsplan. Sie müssen mal wieder auf der Verkäufer/Distributoren Ebene kucken um ihn zu finden, aber es gibt ihn. Jeder Verkäufer an den sie sich wenden wird einen Ein- bis Dreijahresplan haben, der genau die Features enthält von denen er erwartet, sie liefern zu können. Hier gibt es keine Unterschiede zur Welt der propriäteren Betriebssysteme. Was bei Linux anders ist: Sie können den Entwicklungsprozess beobachten. Sie müssen nicht auf den vierteljährlichen Bericht des für Sie zuständigen Verkäufers warten, der Ihnen Verkäufer-Übertreibungen (zusätzlich zu den Übertreibungen der Entwicklungsabteilung) erzählt. Ich erinnere mich, dass mir jemand mal erzählte ich würde nicht wissen wollen wie Würste gemacht werden, weil ich dann keine Lust mehr auf Würste hätte. Ich glaube das gleiche gilt auch für die internen Prozesse bei der Entwicklung von Betriebssystemen. Das gesagt, sage ich aber auch, dass ich einem Koch, der bereit ist unter meinen Augen zu kochen mehr vertraue, als einem Koch, der nur im Hinterzimmer kochen will.
- Der Einsatz eines Open Source Betriebssystems bedeutet nicht, dass Sie Ihre eigenen Entwicklungen Open Source machen müssen. Die Anwendung von Open Source Lizenzen trifft nur zu, wenn Sie mit jemand anderes Code anfangen und dieser Code bereits Open Source ist. Der einfache Weg darüber zu denken ist: Wenn Sie eine Anwendung für ein propriäteres Betriebssystem schreiben müssen Sie den Code dieser Anwendung auch nicht an den Verkäufer des Betriebssystems übergeben (es sei denn, Sie haben einen fürchterlichen Vertrag unterschrieben). Das Gleiche gilt für Linux.







